O-Ton

Kulturmagazin mit Charakter

Alexander Fleischer - Foto © Martin Walz

Hintergründe

Vielseitigkeit ist Trumpf

Am 28.Februar wird der Bariton Manuel Walser das Festival Lied in Würzburg mit einem Vorkonzert einleiten. Er stellt dem Würzburger Publikum sein Programm Sehnsucht mit Liedern von Franz Schubert vor. Ein ergreifender, intensiver und programmatisch geschlossener Abend erwartet die Besucher mit Balladen wie Der Zwerg und Liedperlen wie Du bist die Ruh. Am 17. März beginnt dann das eigentliche Festival, das auch in diesem Jahr wieder mit illustren Namen glänzen wird.

Olivia Vermeulen – Foto © Felix Broede

Vom 17. bis 29. März dann folgen Schlag auf Schlag die Liedkonzerte, manchmal zwei an einem Tag an verschiedenen Orten. Dabei kann Intendant Alexander Fleischer auf bekannte Namen setzen, die schon länger beim Festival dabei sind. So wird das erste Konzert der inzwischen in der ganzen Welt gefragte Bariton Konstantin Krimmel mit Songs of Travel bestreiten. Weitere illustre Namen sind Christina Landshamer, Tobias Berndt, Tareq Nazmi und Samuel Hasselhorn. Die Liedklassen der Hochschulen für Musik in Würzburg und Karlsruhe werden sich mit Chansons zur Liebe und mit Rilke beschäftigen. Die lettische Sopranistin Katrna Paula Felsberga singt den Rilke-Zyklus von Manfred Trojahn, zu dem auch der Komponist anreist. Olivia Vermeulen, bekannt für ihre farbigen, grenzüberschreitenden Programme, singt Lieder von Franz Schubert bis David Bowie. Catalina Bertucci und Daniel Johannsen bringen Lieder von Blumen und Bäumen mit, und Fanny Soyer erkundet gar The Sex Lives of Vegetables. Aber auch John Dowland wird zum 400. Todestag gedacht mit Altus Benno Schachtner und dem Lautenisten Julian Behr. Konstantin Ingenpass macht Lieder von Viktor Ullmann wieder hörbar, und Emil Greiter widmet sich Spiegelwelten. Parallel zum Festival arbeitet Christiane Iven in einem Meisterkurs an Liedern, die die Teilnehmer in einem eigenen Konzert präsentieren.

Alles in allem ein buntes, ein neugierig machendes, vielfältiges Programm, das so manch anderen Konzertreihen mit Liederabenden in Bezug auf Qualität und Innovation absolut das Wasser reichen kann. Dazu kommt, dass man in Würzburg in kleineren Sälen musiziert und im Nachhinein mit den Künstlern meist noch im Foyer ein Glas Sekt genießen kann.

Jutta Schwegler