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Nachruf

Nachruf auf Fred Berndt

Der Bühnenbildner und Regisseur Fred Berndt verstarb in Berlin am 13. November 2020 im Alter von 76 Jahren an Herzversagen. Er galt als sensibler Erkunder von Seelendramen, mit einem besonderen Verständnis, historische Handlungen stilsicher ins Heute zu übersetzen.

Fred Berndt – Foto © privat

Geboren 1944 in Cottbus, studierte Fred Berndt Bühnenbild an der Hochschule für Bildende Künste Berlin. Es folgten Assistenzen bei unter anderem Karl-Ernst Herrmann und Regieassistenzen bei Peter Stein und Klaus Michael Grüber. Er war erst 21 Jahre alt, als er sein erstes eigenes Bühnenbild für Drei Einakter von Anton Tschechow an der Vagantenbühne in Berlin kreierte.

1985/86 war er Ausstattungsleiter der Staatlichen Schauspielbühnen in Berlin. Seine erste Opernarbeit leistete er 1974 mit dem Bühnenbild für Così fan tutte von Wolfgang Amadeus Mozart an der Frankfurter Oper unter der musikalischen Leitung von Christoph von Dohnányi und der Regie von András Fricsay. 1975 gab er sein Regiedebüt mit Brechts Die Kleinbürgerhochzeit am Nationaltheater Mannheim.

Als Bühnenbildner arbeitete er unter anderem mit Adolf Dresen, August Everding, András Fricsay, Ulrich Heising, Alfred Kirchner, George Tabori und B. K. Tragelehn an fast allen großen Theatern Deutschlands.  Darüber hinaus entwickelte er Bühnenbilder in Wien am Burg- und Akademietheater, Volkstheater und am Theater in der Josefstadt, am Schauspielhaus und am Theater am Neumarkt in Zürich und in Basel. Seit 1991 widmete er sich zunehmend auch dem Musiktheater. Seine Inszenierung Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung von Detlef Glanert erhielt den Bayrischen Theaterpreis 2001 in der Sparte Oper.

Als Regisseur und Bühnenbildner hat er mit einer Neuproduktion von Cleopatra e Cesare von Carl Heinrich Graun zum 250-jährigen Bestehen der Staatsoper Berlin 1992 einen großen Erfolg gefeiert.

Seit seiner ersten Themenausstellung Alt & Jung – das Abenteuer der Generationen im Deutschen Hygiene-Museum Dresden arbeitete Berndt kontinuierlich als Gestalter und Dramaturg für große Ausstellungsprojekte und Rauminszenierungen an namhaften Museen wie das Deutsch Historische Museum, das Jüdische Museum und dem Gropius-Bau in Berlin.

Zuletzt hat Fred Berndt für Gli Orazi e i Curiazi von Domenico Cimarosa 2019 an der Kammeroper Schloss Rheinsberg das Bühnenbild geschaffen.

Er war mit der amerikanischen Sopranistin Janet Williams verheiratet und lebte in Berlin.

Zenaida des Aubris